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2025/12/28

Olymp (Griechenland) 2.917 Meter, T5 / I+

In der griechischen Mythologie gilt der Olymp als ein lichterfüllter Ort der Himmel und Erde voneinander trennt. Er sei der Sitz der Götter, sagt man. Zusätzlich ist er mit 2.917 Metern auch der höchste Berg des Landes und heute ein UNESCO Bioshärenreservat, welches über 1.700 Pflanzenarten beherbert, von denen 23 allein hier vorkommen.

Die erste Besteigung des Mytikas, des höchsten der Olymp-Gipfel, gelang am 2. August 1913 durch Christos Kakkalos, Fred Boissonnas und Daniel Baud-Bovy. 


Fernblick über die Prionia Schlucht zum Gipfel

Anfang Juni bis Ende September gelten als die besten Besteigungsmonate. In diesem Zeitraum sind alle Berghütten geöffnet und die Wege schneefrei. Eine Besteigung ist auch noch im Oktober bis Anfang November möglich. Allerdings sind dann die meisten Hütten geschlossen. Ich war am 30. Oktober unterwegs und bin die Überschreitung an einem Tage gegangen.


Herbstwald am Olymp

Wir wohnten im Tal, in Litochocho und sind uns zwei Tage im unteren Nationalpark eingegangen. Der Herbstwald war bunt und wir hatten Glück mit dem Wetter. Nachdem es am Anreisetag heftig geregnet hatte, waren die folgenden 3 Tage sonnig.

Allerdings sind die Tage, Ende Oktober kurz. Ich bin darum schon 5:00 Uhr losgegangen. Den ersten Teil kann man auf dem Fernwanderweg E4, sehr sicher auch im Dunkeln gehen.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Prionia-Hütte auf 1.000 Metern, etwa 40 Minuten Fahrzeit (20km) von Litochocho aus. Meine Nacht war dadurch bereits 4:00 Uhr zu Ende.


Sonnenaufgang auf knapp 2.000 Metern

In der Dunkelheit und durch viel Laub am Boden, war die Wegfindung am Anfang am schwierigsten. Ich habe es aber hinbekommen. Bei Sonnenaufgang war ich schon auf 2.000 Meter, etwas unterhalb des Refugio "Spilios Agapitos".
Am Refugio habe ich ein paar Leute getroffen, die vor ihrem Zelt gerade frühstückten. Abgesehen von einem Bergsteiger auf dem Mytikas, blieben sie meine einzigen Begegnung auf der Runde. 

Bei einer Tagestour ist eine Überschreitung die beste Wahl. In meinem Fall aus Süden aufsteigend und nach Norden, vom Mytikas absteigend. Ich glaube die meisten Überschreitungen werden in diese Richtung gemacht. Im Nachhinein erscheint es mir, aufgrund der Kletterstellen, etwas besser. 


Route Olymp Überschreitung

Der Weg oberhalb des Refugio ist ein gut sichtbarer Pfad. Die Vegetation nimmt allmählich ab und es eröffnen sich fantastische Fernblicke, zurück bis zum Mittelmeer und nach oben zu den imposanten Gipfeln. Auf 2.600 Metern gibt es eine Weggabelung. Linkerhand führt der Weg zum Skolio, welcher mit 2.905 Metern der dritthöchste Gipfel des Olymps ist. Ich bin weiter geradeaus gegangen, um zum Skala (2.882) zu gelangen.


Blick zum Skolio (2.905 m.)

Der Weg von der Gabelung zum Skala ist einfach, zieht sich aber in die Länge. Ich habe dort auch etwas die Höhe gemerkt. Immerhin hatte ich bis dahin schon 1.800 Aufstiegsmeter gemacht. Geschlafen hatte ich noch einmal 750 Meter tiefer in Litochocho. Das sollte man vor einer Olymp-Besteigung bedenken. Die Überschreitung ist 18 Kilometer lang und nicht durchweg Gehgelände. Im Zweifel gäbe es auf beiden Seiten der Gipfel Berghütten.


Rückblick im Aufstieg zum Skala (2.882)

Welches sind die höchsten Gipfel des Olymps?

  • Mytikas: 2.917 Meter, letzter Abschnitt mit leichter Kletterei (UIAA I-II) über brüchiges Felsgelände. Kein Klettersteig!, Absturzgelände.
  • Stefanie: 2.911 Meter, Nebengipfel des Mytikas, leichte Kletterei (UIAA I) Absturzgelände
  • Skolio: 2.905 Meter, leichter Wandergipfel
  • Skala: 2.882 Meter, leichter Wandergipfel, wird meist im Zustieg zum Mytikas gemacht
  • Toumba: 2.740 Meter, leichter Gipfel vom Plateau der Musen aus, kurze Stellen UIAAI
  • Profitis Ilias: 2.788 Meter, mit der höchstgelegenen Kapelle Grichenlands, auf der Normalroute eine leichte, alpine Wanderung.


Blick vom Skala (2.882) zum Mytikas (2.917)

Gutes Wetter vorrausgesetzt, kann man vom Skala die weitere Route zum Mytikas gut einsehen. Aus der Entfernung sieht der Gipfel schwierig aus.
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jedem Fall vorteilhafte Eigenschaften auf dem verbleibenden Stück. Man benötigt ca. 30-40 Minuten für die Querung und den Aufstieg zum höchsten Punkt. 

Zunächst steigt man vom Skala in eine Scharte ab, dabei folgt man dem Grat auf dessen rechter Seite, bzw. leicht unterhalb. Man gelangt so in den Sattel zwischen Skala und Mytikas hinein. Die Route führt über Schutt und plattige Felsen. Es gibt rote und gelbe Markierungen, aber keine Sicherung. Die Hauptgefahren stellen lose Felsen und Steinschlag dar. Einige Passagen sind etwas ausgesetzt. 


Rückblick zum Grat. Links Skala (dahinter Skolio)

Der Grat zwischen Skolio und Mytikas trägt übrigens den Namen "Kakoskala", was soviel bedeutet wie "schlechte Stufen". Für den Übergang trifft das vielleicht zu, nicht aber für den finalen Aufstieg. Was aus der Ferne, fast unbezwingbar aussah, löste sich dort in ein gut gestuftes, allerdings steiles Gelände auf. Kurze Kletterpassagen wechseln mit guten Standflächen. 


Blick zur Seite im Aufstieg

Dennoch ist im letzten Stück Achtsamkeit notwendig. Bei trockenem Wetter wegen losem und porösen Gesteins. Jeder Griff sollte geprüft werden. Sind mehrere Kletterer gleichzeitig unterweg, besteht Steinschlaggefahr.
Bei Vereisung würde ich von einem Aufstieg absehen. Bei schlechter Sicht, Wolken oder Nebel, dürfte die Orientierung in den Rinnen schwierig sein. Es besteht die Gefahr, sich zu versteigen. 

Der Übergang wird normalerweise von Skala zum Mytikas gemacht. In der anderen Richtung muss man im steilen, ausgesetztem Gelände abklettern. Dafür sind einige, gut markierte Abseilpunkte angelegt. (Seil mitnehmen)


Gipfelfoto Mytikas

Ich bin, bei trockenem Fels, sehr gut hoch gekommen. Wenige Meter vor dem Ziel, erreichte mich ein lauter Schrei von oben. Ein, von der anderen Seite aufgestiegener Grieche, hatte ihn ausgestossen. Er war vom Refugio "Giosos Apostolides" aufgesiegen. Diese liegt auf dem Plateau der Musen und war noch geöffnet. Der Mann blieb meine einzige Begegnung im Gipfelbereich. Er zeigte mir noch wo er hochgekommen war, denn genau dort musste ich absteigen.


Abstieg auf der Ostseite des Mytikas

Der Abstieg auf der Ostseite ist keineswgs trivial. Über 200 Höhenmeter geht es in einer breiten Rinne, im brüchigen Gestein, steil bergab. Ich habe versucht genau den Markierungen zu folgen, um auf der sichersten Route zu bleiben. Teilweise waren diese aber mit überfrorenem und glattem Schnee bedeckt, so dass ich in Umgehungen auch leicht klettern musste. 
Unten erreicht man dann einen breiten Weg und geht diesen nach links in nördliche Richtung. Der Weg wendet sich bald noch einmal nach links und quert dann unterhalb der Steilwand des Stefani Gipfels. Hier lag wieder Schnee und ich musste nochmal aufpassen, bevor der Weg in einem großen Rechtsbogen zum Plateau der Musen mit den Refugios "Giosos Apostolides" und "Christos Kakalos" abdrehte.


Stefani Querung (Mitte) und Refugio "Christos Kakalos" 

Der weitere Weg verläuft am rechten Rand des Plateaus, bis zu eine versicherten Stelle für den Direktabstieg nach Prionia. Es geht dort nochmal in Kletterei entlang eines Felsrückens talwärts. Bei der ersten Vegetation, auf ca. 2.100 Metern, endet die Kletterei endgültig und ein gut erkennbarer Pfad beginnt. Dieser führt bald in dichten Wald und in langen Schleifen zum Parkplatz hinab. Wie schon beim Aufstieg, hatte ich es mit am Boden liegenden Laub zu tun. Manchmal musste ich mutmaßen wo genau die Route verlief. Allerdings war es jetzt heller Tag und die Orientierung viel leichter als in der Nacht. Nach einer Gehzeit von 8:45 Stunden, erreichte ich noch vor 15.00 Uhr den Parkplatz. 

 

Sicherung am Abstieg nach Prionia. Litochocho und Mittelmeer im Blick.

Gipfeltag: 30.10.2025
Länge: 18km
Höhenmeter: 1.970
Ausrüstung: festes Schuhwerk, Steinschlaghelm
GPS Track.



2025/10/21

Skrlatica (2.740 m. / Slowenien)

Mit 2.740 Metern Höhe ist die Skrlatica der zweithöchste Berg Sloweniens. Sie liegt gleich gegenüber des Triglav (2.864) und ist von diesem nur durch das tiefe Vrada-Tal getrennt. Aus diesem Tal heraus verläuft die Normalroute auf den Gipfel. 

Der Erstbesteigung gelang am 24. August 1880 durch Julius Kugy und den beiden Bergführern Andrej Komac und Matija Kravanjy. Dem voraus gingen mehrere gescheiterte Besteigungsversuche. Der Berg galt wegen seiner schwierigen Felswände und Steinschlaggefahr als unbezwingbar. Man sagte, nur Gämsen und Adler könnten den Gipfel erreiche.

Heute gilt die Besteigung der Skrlatica zwar immernoch als anspruchsvolle Bergtour, die Route ist aber gut markiert und an exponierten Stellen mit Drahtseilen gesichert. Einige Passagen erfordern, ungesicherte Kletterei im I bis II Grad. (UIAA) Ausserdem ist die Tour mit 8-10 Stunden (16km) in Auf- und Abstieg recht lang. Es müssen über 1.800 Höhenmeter bewältigt werden.


Gipfel im Nebel: Skrlatica (2.740 Meter)

Bei meiner Besteigung im Juli 2025 kam schlechte Sicht und leichter Regen hinzu. Für Mittag war ein Gewitter angekündigt. Also bin ich 5.00 Uhr am Parkplatz am Aljazev Dom, am Ende der Fahrstraße im Vrada-Tal, losgegangen.
Für das Befahren des Vrada-Tales und das Parken gibt es ab diesem Jahr eine Neuerung. Man muss am Ortsende von Mojstrana einen Schlagbaum passieren und ein Ticket ziehen, um das Tal überhaupt befahren zu können. Im letzten Jahr konnte das noch Jeder tun, sein Auto wild abstellen und wandern gehen oder, wie ich, trotzdem auf dem Parkplatz parken. (25 EUR/Tag)
Jetzt entfäll die Bezahlung am Parkplatz, da man mit der Ausfahrt aus dem Tal, bei Rückkehr in Mojstrana, bezahlen wird. 20 EUR waren das bei mir und ich glaube es war der Tageshöchstbetrag. Durch die Änderung der Regel, war der Parkplatz am Aljazev Dom diesmal zwar etwas voller. Insgesamt waren aber weniger Autos im Tal unterwegs.


Blick ins Vrata-Tal, beim morgenlichen Aufstieg

Vom Parkplatz aus, geht es zunächst 200 Meter Richtung Aljazev Dom, bis man kurz vorher zu einem Wegweiser kommt. Der Weg zur Skrlatica führt nach rechts auf den Wald zu und ab dort schon recht steil den Berg hinauf. Der Anfangs breite Weg verwandelt sich bal in einen schmalen, alpinen Steig. Es geht noch einige Zeit durch dichten Wald, der immer mal auflichtet und einen Blick ins Vrada-Tal und zum Triglav Gebirgsstock freigibt. 


Routenverlauf aus dem Vrada Tal

Oberhalb der Baumgrenze ist der Weg weiterhin gut zu finden. Auf 1.850 Metern geht links ein Weg zum Stenar (2.501) ab. Man halte sich dort aber rechts und steige weiter auf, bis man auf 2.000 Metern, linkerhand das Biwak IV sieht. 

Das Biwak IV liegt im Aufsteig, links oberhalb des Weges

Man musse das Biwak IV links liegen lassen, sich weiter rechts halten und eine lange Querung gehen, bevor man in einem Schuttfeld wieder Höhenmeter machen kann. Das letzte Stück ist ein ziemlich steiler Hang bis zum Zadnji Dolek auf 2.350 Metern. Links geht es hier zur Dolkova Spica. Rechts zum Einstieg in den Gipfelfelsen der Skrlatica, auf ca. 2.400 Metern.


Querung, im Abstieg fotografiert

Der finale Anstieg beginnt mit leichter Kletterei (I+) über einen Felsvorbau, bis man auf eine versicherte Passage mit Stahlseilen trifft. Solche Stellen wechseln auf den verbleibenden 350 Höhenmetern immer wieder mit ungesicherten Passagen bis Schwierigkeit II ab. In diesem Stück ist die Skrlatica Besteigung eine reine Klettertour, die alles bietet: Rinnen, Scharten und ausgesetzte Querungen.




Die Route ist gut markiert. Ich musste mich trotzdem ziemlich konzentrieren, weil mein Aufstieg ungünstig durch die Wolken verlief. Nachdem ich, die bis dahin einzig angetroffenen Bergsteiger, am Zadnji Dolek überholt hatte, war niemand mehr vor mir sichtbar, an dem ich mich hätte orientieren können. 

 

Aufsteigende Gruppe in der Gipfelwand

Allerdings war meine Sorge um Einsamkeit unbegründet. Am Gipfel traf ich ein heimisches Pärchen und im Abstieg eine große Gruppe slowenischer Bergsteiger, mitten in der Wand. Und im weiteren Abstieg im Kar immer wieder einzelne Bergsteiger oder kleine Gruppen, die später gestartet waren.

Am Gipfel selbst gab es für mich, aufgrund der Wolken, nicht viel zu sehen. (Foto oben) Die Tour war trotzdem sehr schön, insbesondere die Kletterei im Gipfelaufbau. Insgesamt war ich knapp 9 Stunden unterwegs. Mein GPS hat (inkl. eines kleinen Ausstreuers) 18 Kilometer gemessen. Wahrscheinlich sind es in Wirklichkeit nur 15 bis 16 Kilometer. Gute Kondition ist trotzdem notwendig. Gutes Wetter ebenso. Sollte im letzten Stück Eis in den Felsen sein, würde ich vom Aufstieg abraten. Sicherheit geht vor. Helm und. ggf. Klettergurt gehören in die Ausrüstung.

  • Gipfeltag: 23.07.2025
  • Länge: ca. 16 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.830 Meter
  • GPS Track (am Anfang einmal ausstreuend)


2024/09/08

Triglav (2.964 m.)

Der Triglav ist mit einer Höhe von 2.964 Metern der höchste Berg Sloweniens. Er liegt in den Julischen Alpen, nahe der Dreiländergrenze zwischen Österreich, Italien und Slowenien. Der Triglav gilt als Symbol Sloweniens und sein Abbild ziert die slowenische Flagge und das Staatswappen. Entsprechend gilt es als nationale Pflicht eines jeden Slowenens, einmal im Leben auf seinem Geipfel zu stehen.

 

Vrada-Tal und Triglav Nordwand

Man kann den Triglav auf unterschiedlichen Wegen besteigen. Im Internet sind zahlreiche Routen beschrieben.
Was ich gemacht habe, ist eine Überschreitung, zunächst aus Norden kommend, zum Luknja-Pass und von dort über den "Bamberger Weg". Zum Schluß geht man vom Süden auf den Gipfel. Abstieg auf der anderen Seite, zunächst nach Osten, zum Triglavski Dom. Dort könnte man übernachten. (Reservierung notwendig) 
Ich bin ohne Übernachtung weiter und habe für den Abstieg den Weg "Tominskova pot" gewählt. Die andere Variante wäre der Prager Weg gewesen.
Beide Wege sind auch die üblichen Aufstiegswege aus dem Vrada-Tal, bzw. aus Norden. Der Bamberger Weg, wird aufgrund seiner Länge und Ausgesetztheit wenig begangen.


Luknja Pass auf 1.760 Meter


Für die Überschreitung muss man etwas Zeit einplanen. Vorsichthalber sollte man mit 11 bis 12 Stunden rechnen. Ich habe bei guten Bedingungen genau 9 Stunden gebraucht. Zeitiger Aufbruch ist also unbedingt notwendig, will man die Überschreitung an einem Tag machen.

Ich bin von meiner Unterkunft in Dovje, auf 700 Metern Höhe, mit dem Auto so losgefahren, dass ich kurz vor 5 Uhr den höchstgelegenem Parkplatz (1.000 Meter) des Vrada-Tals, etwas vor dem Aljazev Dom, erreichte. Die Fahrstrecke beträgt etwa 10 Kilometer, auf einer schmalen Straße. Der Parkplatz ist um diese Zeit noch weitestgehend leer. Für 24 Stunden ist eine Parkgebühr von 25 Euro zu entrichten. (Kartenzahlung ist möglich)




Genau um 5 Uhr bin ich losgegengen. Der anfangs breite Weg führt am Aljazev Dom vorbei, erstmal gemütlich das Vrada Tal hinauf. Bereits 500 Meter nach dem Haus geht links der Tominkover Weg ab. Einen weiteren Kilometer später gibt es rechter Hand, durch einen Bergwald führend, einen schattigen Weg zum Luknja Pass. An heißen Sommertagen wäre dieser Weg zu bevorzugen.
Ich war aber in morgentlicher Kühle unterwegs und hielt mich links, den Bach entlang. Etwas weiter oben, fand ich eine gute Gelegenheit meine beiden Trinkflaschen aufzufüllen. Insgesamt zwei Liter, die ich im weiteren Tagesverlauf komplett benötigt habe. Weiter oben gibt es kein Wasser mehr!

Der Weg folgt noch eine Weile dem Bachlauf, bis auf 1.150 Meter der Abzweig zum Prager Weg erreicht wird. (links) Mein Weg zum Luknja-Pass führte aber gerade aus weiter und wendete sich ab 1.250 Metern nach rechts auf den Pass zu. Es ging noch mal kurz durch eine Vegetationszone und zum Schluss durch Schutt und Geröll zur Scharte auf 1.758 Meter hinauf. Wenn man dort steht, hat man schon ein Viertel der Tageskilometer geschafft. Klettertechnisch geht es hier aber erst los.


Einstieg in den Bamberger Weg am Luknja Pass. (1.758)


In der Luknja Scharte habe ich mein Frühstück gegessen und dann die Kletterausrüstung angelegt.
  • Steinschalghelm
  • Klettergurt
  • Klettersteigset
Der Einstieg zum eigentlichen, knapp 2 Kilometer langen, Bamberger Weg, befindet sich nur wenige Meter entfernt. Der Weg ist kein durchgängiger Klettersteig. Vielmehr wechseln sich versicherte Passagen (B/C) mit ausgesetzter Kletterei im 1. Grad (eine Stelle 2-) und etwas Gehgelände ab. Man hat oft spektakuläre Ausblicke.
Der Weg verläuft südwestseitig des Grates und wechselt erst zum Schluß auf die Nordseite. Die Markierung ist meist eng gesetzt, so dass man sich kaum versteigen kann. Mir ist es trotzdem einmal, für wenige Meter gelungen. Ich bemerkte das aber sofort, am schwieriger werdenden Gelände. Man kann davon ausgehen, wenn man es ungesichert wirklich schwierig wird, ist man nicht mehr auf dem richten Weg.

Ich bin innerhalb der Kletterroute keine anderen Personen begegenet. Erst am Schnittpunkt des Bamberger Weges mit den Südrouten (2.510 Meter), wurde es allmählich geselliger. Es war immer noch früher Morgen. 


weiterer Verlauf oberhalb 2.500 Meter


Nachdem der Bamberger Weg durchstiegen ist, führt die Route relativ flach über eine Hochebene, mit einigen Schneefeldern, weiter Richtung Osten, bis man zur nächsten Kletterstelle kommt. Diese führt unschwierig zum Triglavska Skrbina auf 2.655 Meter, wo es dann links ab (nach Norden) über den Grat in Richtung Gipfel geht. 


Triglav Plateau (Süd-Seite)


Das letzte Gratstück teilt man sich mit den Besteigern, die aus Süd-Osten, von der Planika Hütte kommen. Es gibt ein paar leichte Kletterstellen, teils versichert, teils nicht. Wegen Steinschlag muss man dort etwas achtsam sein. Nun teilt man sich den Weg mit mehr Leuten.
Sehr bald kommt auch der Gipfel in Sicht, mit dem bekannte Aljaz-Turm am höchsten Punkt.

Der Aljas-Turm, eine Biwakschachtel, wurde 1895 von Jocob Aljaz, dem damaligen Dorfpfarrer von Dovje erbaut. Heute ist der Turm als Kulturdenkmal geschützt. 
Bereits am 26. August 1778 erlebte der Triglav seine erste Besteigung, durch die vier tapfere Slowenen Luka Korosec, Matecz Kos, Stefan Rozic und Lorenz Willomitzer.


Gipfel (2.964) mit Aljas-Turm


Als ich den Gipfel erreichte, war dieser schon ziemlich gefüllt, mit glücklichen Bergsteigern. Die meisten waren über den Ostgrat (meiner Abstiegsroute) gekommen und zuvor von einer der Routen aus dem Osten oder Norden. Oder vom nahen Triglav Haus, nach einer Übernachtung.
Ich hatte einen ausgesprochen schönen und sonnigen Moment auf dem Gipfel und habe den Aufenthalt dort sehr genossen. 

Der Abstieg über den Ostgrat ist eigentlich sehr einfach und zudem an vielen Stellen gesichert. Allerdings ist das Gestein, durch die vielen Begehungen sehr speckig und es besteht Rutschgefahr, in einem ausgesetzten Gelände. Zusätzlich ist der Gegenverkehr zu beachten. Darum sollte man hier noch nicht nachlassen und weiterhin achtsam bleiben.
Der Grat führt direkt zum Triglav Haus, wo unterschiedliche Abstiegsvarianten ansetzen. 


Abstieg Richtung Norden


Ich bin nach Norden, bis auf 2.100 Meter, zu einem Punkt Namens Begunjski studenec. Dort hat man die Wahl über den Prager Weg direkt ins Vrata Tal abzusteigen oder über den Tominskover Weg noch eine Weile zu queren und dann zum Schluß fast direkt zum Aljazev Dom abzusteigen. 

Ich bin auf dem Tominskover Weg weiter. Er war ein wenig ausgesetzt und sehr einsam. Nur einem einzelnen Pärchen bin ich begegnet, die sich im Aufstieg befanden.
Insgesamt ist der Abstieg vom Gipfel sehr lang. An meinem Tag war es zudem sehr warm. Um so erfreulicher, als zum Schluss der schattige Bergwald auftauchte und etwas später das Aljazev Dom mit frischem Bier.

  • Gipfeltag: 16. Juli 2024
  • Länge: ca. 17 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.964 Meter
  • GPS Track (am Luknja Passe etwas ausstreuend)