In der griechischen Mythologie gilt der Olymp als ein lichterfüllter Ort der Himmel und Erde voneinander trennt. Er sei der Sitz der Götter, sagt man. Zusätzlich ist er mit 2.917 Metern auch der höchste Berg des Landes und heute ein UNESCO Bioshärenreservat, welches über 1.700 Pflanzenarten beherbert, von denen 23 allein hier vorkommen.
Die erste Besteigung des Mytikas, des höchsten der Olymp-Gipfel, gelang am 2. August 1913 durch Christos Kakkalos, Fred Boissonnas und Daniel Baud-Bovy.
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| Fernblick über die Prionia Schlucht zum Gipfel |
Anfang Juni bis Ende September gelten als die besten Besteigungsmonate. In diesem Zeitraum sind alle Berghütten geöffnet und die Wege schneefrei. Eine Besteigung ist auch noch im Oktober bis Anfang November möglich. Allerdings sind dann die meisten Hütten geschlossen. Ich war am 30. Oktober unterwegs und bin die Überschreitung an einem Tage gegangen.
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| Herbstwald am Olymp |
Wir wohnten im Tal, in Litochocho und sind uns zwei Tage im unteren Nationalpark eingegangen. Der Herbstwald war bunt und wir hatten Glück mit dem Wetter. Nachdem es am Anreisetag heftig geregnet hatte, waren die folgenden 3 Tage sonnig.
Allerdings sind die Tage, Ende Oktober kurz. Ich bin darum schon 5:00 Uhr losgegangen. Den ersten Teil kann man auf dem Fernwanderweg E4, sehr sicher auch im Dunkeln gehen.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Prionia-Hütte auf 1.000 Metern, etwa 40 Minuten Fahrzeit (20km) von Litochocho aus. Meine Nacht war dadurch bereits 4:00 Uhr zu Ende.
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| Sonnenaufgang auf knapp 2.000 Metern |
In der Dunkelheit und durch viel Laub am Boden, war die Wegfindung am Anfang am schwierigsten. Ich habe es aber hinbekommen. Bei Sonnenaufgang war ich schon auf 2.000 Meter, etwas unterhalb des Refugio "Spilios Agapitos".
Am Refugio habe ich ein paar Leute getroffen, die vor ihrem Zelt gerade frühstückten. Abgesehen von einem Bergsteiger auf dem Mytikas, blieben sie meine einzigen Begegnung auf der Runde.
Bei einer Tagestour ist eine Überschreitung die beste Wahl. In meinem Fall aus Süden aufsteigend und nach Norden, vom Mytikas absteigend. Ich glaube die meisten Überschreitungen werden in diese Richtung gemacht. Im Nachhinein erscheint es mir, aufgrund der Kletterstellen, etwas besser.
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| Route Olymp Überschreitung |
Der Weg oberhalb des Refugio ist ein gut sichtbarer Pfad. Die Vegetation nimmt allmählich ab und es eröffnen sich fantastische Fernblicke, zurück bis zum Mittelmeer und nach oben zu den imposanten Gipfeln. Auf 2.600 Metern gibt es eine Weggabelung. Linkerhand führt der Weg zum Skolio, welcher mit 2.905 Metern der dritthöchste Gipfel des Olymps ist. Ich bin weiter geradeaus gegangen, um zum Skala (2.882) zu gelangen.
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| Blick zum Skolio (2.905 m.) |
Der Weg von der Gabelung zum Skala ist einfach, zieht sich aber in die Länge. Ich habe dort auch etwas die Höhe gemerkt. Immerhin hatte ich bis dahin schon 1.800 Aufstiegsmeter gemacht. Geschlafen hatte ich noch einmal 750 Meter tiefer in Litochocho. Das sollte man vor einer Olymp-Besteigung bedenken. Die Überschreitung ist 18 Kilometer lang und nicht durchweg Gehgelände. Im Zweifel gäbe es auf beiden Seiten der Gipfel Berghütten.
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| Rückblick im Aufstieg zum Skala (2.882) |
Welches sind die höchsten Gipfel des Olymps?
- Mytikas: 2.917 Meter, letzter Abschnitt mit leichter Kletterei (UIAA I-II) über brüchiges Felsgelände. Kein Klettersteig!, Absturzgelände.
- Stefanie: 2.911 Meter, Nebengipfel des Mytikas, leichte Kletterei (UIAA I) Absturzgelände
- Skolio: 2.905 Meter, leichter Wandergipfel
- Skala: 2.882 Meter, leichter Wandergipfel, wird meist im Zustieg zum Mytikas gemacht
- Toumba: 2.740 Meter, leichter Gipfel vom Plateau der Musen aus, kurze Stellen UIAAI
- Profitis Ilias: 2.788 Meter, mit der höchstgelegenen Kapelle Grichenlands, auf der Normalroute eine leichte, alpine Wanderung.
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| Blick vom Skala (2.882) zum Mytikas (2.917) |
Gutes Wetter vorrausgesetzt, kann man vom Skala die weitere Route zum Mytikas gut einsehen. Aus der Entfernung sieht der Gipfel schwierig aus.
Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auf jedem Fall vorteilhafte Eigenschaften auf dem verbleibenden Stück. Man benötigt ca. 30-40 Minuten für die Querung und den Aufstieg zum höchsten Punkt.
Zunächst steigt man vom Skala in eine Scharte ab, dabei folgt man dem Grat auf dessen rechter Seite, bzw. leicht unterhalb. Man gelangt so in den Sattel zwischen Skala und Mytikas hinein. Die Route führt über Schutt und plattige Felsen. Es gibt rote und gelbe Markierungen, aber keine Sicherung. Die Hauptgefahren stellen lose Felsen und Steinschlag dar. Einige Passagen sind etwas ausgesetzt.
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| Rückblick zum Grat. Links Skala (dahinter Skolio) |
Der Grat zwischen Skolio und Mytikas trägt übrigens den Namen "Kakoskala", was soviel bedeutet wie "schlechte Stufen". Für den Übergang trifft das vielleicht zu, nicht aber für den finalen Aufstieg. Was aus der Ferne, fast unbezwingbar aussah, löste sich dort in ein gut gestuftes, allerdings steiles Gelände auf. Kurze Kletterpassagen wechseln mit guten Standflächen.
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| Blick zur Seite im Aufstieg |
Dennoch ist im letzten Stück Achtsamkeit notwendig. Bei trockenem Wetter wegen losem und porösen Gesteins. Jeder Griff sollte geprüft werden. Sind mehrere Kletterer gleichzeitig unterweg, besteht Steinschlaggefahr.
Bei Vereisung würde ich von einem Aufstieg absehen. Bei schlechter Sicht, Wolken oder Nebel, dürfte die Orientierung in den Rinnen schwierig sein. Es besteht die Gefahr, sich zu versteigen.
Der Übergang wird normalerweise von Skala zum Mytikas gemacht. In der anderen Richtung muss man im steilen, ausgesetztem Gelände abklettern. Dafür sind einige, gut markierte Abseilpunkte angelegt. (Seil mitnehmen)
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| Gipfelfoto Mytikas |
Ich bin, bei trockenem Fels, sehr gut hoch gekommen. Wenige Meter vor dem Ziel, erreichte mich ein lauter Schrei von oben. Ein, von der anderen Seite aufgestiegener Grieche, hatte ihn ausgestossen. Er war vom Refugio "Giosos Apostolides" aufgesiegen. Diese liegt auf dem Plateau der Musen und war noch geöffnet. Der Mann blieb meine einzige Begegnung im Gipfelbereich. Er zeigte mir noch wo er hochgekommen war, denn genau dort musste ich absteigen.
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| Abstieg auf der Ostseite des Mytikas |
Der Abstieg auf der Ostseite ist keineswgs trivial. Über 200 Höhenmeter geht es in einer breiten Rinne, im brüchigen Gestein, steil bergab. Ich habe versucht genau den Markierungen zu folgen, um auf der sichersten Route zu bleiben. Teilweise waren diese aber mit überfrorenem und glattem Schnee bedeckt, so dass ich in Umgehungen auch leicht klettern musste.
Unten erreicht man dann einen breiten Weg und geht diesen nach links in nördliche Richtung. Der Weg wendet sich bald noch einmal nach links und quert dann unterhalb der Steilwand des Stefani Gipfels. Hier lag wieder Schnee und ich musste nochmal aufpassen, bevor der Weg in einem großen Rechtsbogen zum Plateau der Musen mit den Refugios "Giosos Apostolides" und "Christos Kakalos" abdrehte.
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| Stefani Querung (Mitte) und Refugio "Christos Kakalos" |
Der weitere Weg verläuft am rechten Rand des Plateaus, bis zu eine versicherten Stelle für den Direktabstieg nach Prionia. Es geht dort nochmal in Kletterei entlang eines Felsrückens talwärts. Bei der ersten Vegetation, auf ca. 2.100 Metern, endet die Kletterei endgültig und ein gut erkennbarer Pfad beginnt. Dieser führt bald in dichten Wald und in langen Schleifen zum Parkplatz hinab. Wie schon beim Aufstieg, hatte ich es mit am Boden liegenden Laub zu tun. Manchmal musste ich mutmaßen wo genau die Route verlief. Allerdings war es jetzt heller Tag und die Orientierung viel leichter als in der Nacht. Nach einer Gehzeit von 8:45 Stunden, erreichte ich noch vor 15.00 Uhr den Parkplatz.
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| Sicherung am Abstieg nach Prionia. Litochocho und Mittelmeer im Blick. |
Gipfeltag: 30.10.2025
Länge: 18km
Höhenmeter: 1.970
Ausrüstung: festes Schuhwerk, Steinschlaghelm
GPS Track.



























