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2026/09/19

Dolkova Spica, 2.591 m. (Slowenien)

Der zehnthöchste Gipfel Sloweniens liegt oberhalb des Vrata-Tales, in unmittelbarer Nachbarschaft der Skrlatica. Er wird noch seltener bestiegen und besitzt, anders als seine hohe Nachbarin, außer einer Stelle im Zustieg, keine versicherte Passagen. Der unmarkierte Aufstieg zum Gipfelgrat erfordert etwas Erfahrung in der Wegfindung. Abhängig von der gewählten Linie müssen kurze Passagen im I. bis II. Grad (UIAA) geklettert werden.

Ich hatte mir eine Überschreitung, aus dem Vrata Tal über Bivak IV, Zadnji Dolek und Rdeca Skrbina (Roter Sattel) zur Dolkova Spica und einen Abstecher zum Kriz (2.410) vorgenommen. Der erste Abschnitt war mir von der Skrlatica Besteigung aus dem letzten Jahr bekannt. Im Nachhinein hat sich diese Richtung (aus Nord-Osten) als vorteilhaft erwiesen. Die Passage zur Rdeca Skrbina ist nämlich die Schlüsselstelle der Tour und dürfte im Aufsteg besserer kontrollierbar als im Abstieg sein..


Blick zur Dolkova Spica aus Süden. (Abstiegsseite)

Da meine Besteigung auf einen Sonntag fiel, war diesmal der Pakrplatz am Aljazev dom (1.015m.) bereits um 5:00 Uhr gut gefüllt. Die meisten Autos dürften Besteigern des Triglavs gehören, der von dieser Seite, häufig als 2-Tages-Tour, mit Übernachtung auf dem Triglavski dom, gemacht wird. 

Aber auch auf meiner Tal-Seite waren schon ein paar Bergsteiger unterwegs. Das erste Stück, bis zum Zadnji Dolek (2.350) ist identisch mit dem Zustieg zur Skrlatica, welche mit 2.740 Metern immerhin der zweithöchste Berg Sloweniens ist. 
Am Zadji Dolek gabelt sich dann der Weg: rechts geht es auf die steile Südwand der Skrlatica zu, links zur Dolkova Spica und zum Kriz.


Rückblick zm Zadnji Dolek und Skrlatica

An der Skrlatica stieg gerade die erste Gruppe des Tages in die Wand ein, als ich den Zadji Dolek erreicht. Nach kurzer Pause machte ich mich auf den Weg in Richtung Rdeca skrbina, welche als Schlüsselstelle dieser Route gilt.

Zunächst geht es durch nur leicht ansteigendes Gelände, welches erst zum Schluß auifsteilt. Direkt unterhalb der Scharte wird es immer steiler und der Fels brüchiger. Ich konnte die Scharte bereits von Weitem einsehen. Es sah nicht so schwierig aus und es lag auch kein Schnee in der Rinne. 


Blick vorraus zur Rdeca skrbina

Das erste steile Kletterstück ging gut, obwohl sich der Fels als ziemlich brüchig erwies. Zu meiner Überraschung gab es im Mittelteil eine kurze gesicherte Passage.
Leider besteht der Untergrund aber meist aus Geröll in einem sehr steilem Gelände. Das macht die Passage äußerst unangenehm und anspruchsvoller als man denkt.
Warnung: wer ein schlechtes Gefühl hat oder bei ungünstigem Wetter unterwegs ist, sollte frühzeitig abbrechen.

Im letzten Stück bin ich vielleicht zu stark mittig in der Scharte gekletter und hatte kurzzeitig das Gefühl im steilen Gelände nicht mehr vor oder zurück zu kommen. Die bessere Linie, vermute ich, könnte am linken Rand gelegen haben. Ich konnte nicht mehr dorthin und musste etwas nach rechts korrigieren, um dort etwas heikel gerade hoch zu klettern. Die objektiven Gefahren bestehen in dieser Passage darin, dass man abrutscht und abstürzen kann oder, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, im Steinschlag.
Der Ausstieg der Scharte befindet sich auf einer Höhe von 2.521 Metern.


Blick hinab, von der Rdeca skrbina.

Aus dem Sattel heraus sind es lediglich noch 50 Höhenmeter bis zum Gipfel. Ich habe den Einstieg zum Gipfelgrat nicht sofort entdecken können. Es gab aber, zweite Überraschung des Tages, eine frische Markierung, die den besten Weg anzeigt.
Es geht, nun technisch etwas interessanter, in ein paar kurzen Kletterstellen geradehoch zum Nordwestgrat. Dabei kann man die natürlichen Felsstrukturen gut nutzen, aber eine Versicherung existiert nicht. Das letzte Stück des Grates ist weitestgehend Gehgelände. 
Insgesamt sind es vom Sattel zum Gipfel nur 15 Minuten.


Nordwestgrat, Blick voraus zum Gipfel

Ich hatte einen sehr schönen Tag erwischt und ausgiebig auf dem Gipfel gerastet. Die Sicht war nach allen Richtungen ausgezeichnet. Ich ließ es mir schmecken und habe ein wenig die Sonne genossen. Der Abstieg war weniger heikel als befürchtet, da die Kletterstellen kurz sind. Dennoch sollte man sich in einem I. bis II. Schwierigkeitsgrat noch wohlfühlen können und seine Konzentration jederzeit wach halten. Der Fels ist etwas brüchig und das Gelände durchaus ausgesetzt. Bei Nässe und Eis würde ich solches Gelände meiden.


Gipfel, Skralatica im Blick

Der Abstieg aus dem Sattel in Richtung Süden ist nicht besonders schwierig, aber recht lang. Es gibt natürlich auch eine kurze Variante, welche auf der anderen Seite der Dolkova Spica, zurück zum Biwak IV. führt. Ich wollte etwas länger gehen und den Gipfel des Kriz mitnehmen. Aufgrund von Unkonzentriertheit bin ich allerdings zunächst den halben Weg zum Biwak IV. abgestiegen, ehe ich meinen Fehler bemerkte und wieder aufsteigen musste. (das ist der lange Einbahn-Strich im oberen Mittelteil der Karte) Die kurze Runde wäre meine Empfehlung, wenn man es nicht so lang mag.
Für mich entstanden durch den Verhauer, allerdings ein paar zusätzliche Kimometer. Am Ende des Tages war ich 21 Kilometer unterwegs.




Der Kriz liegt direkt am Wegesrand. Er wird über eine kurze, versicherte Steilstufe bestiegen und ist durchaus luftig. Hier waren nun deutlich mehr Wanderer unterwegs. Man kann den Kriz aus zwei Richtungen angehen oder in einer schönen Runde überschreiten. 


Weg zum Kriz aus Norden.

Mein Weiterweg nach Süden war landschaftlich ausgesprochen schön. Es wunderte mich daher nicht, hier auf viele Wanderer zu treffen. Mit dem Stenar (2.501) liegt noch ein weiterer hoher Gipfel am Weg. Da mir allerdings inzwischen das Trinkwasser knapp wurde und ich um 13 Uhr eine Verabredung am Alajez Dom hatte, musste ich ihn diesmal links liegenlassen.


Blick zum Pogacnikov Dom

Unterhalb des Stenar führt die Querung bis zum Pass Dovska vratca (2.176), wo sich einige Wanderwege kreuzen. Ich habe den direkten Abstig ins Vrata Tal / Alajez Dom gewählt. Der Weg war noch lang aber trotzdem schnell zurück gelegt. Am Anfang ging es meist durch steiles Geröll, am Ende durch einen schattigen Bergwald. Wasser habe ich keines gesehen.


  • Gpfeltag: 09.08.2026
  • Ausrüstung: feste Schuhe, Steinschlaghelm, Kletterhandschuhe, 2 Liter Wasser




2025/10/21

Skrlatica (2.740 m. / Slowenien)

Mit 2.740 Metern Höhe ist die Skrlatica der zweithöchste Berg Sloweniens. Sie liegt gleich gegenüber des Triglav (2.864) und ist von diesem nur durch das tiefe Vrada-Tal getrennt. Aus diesem Tal heraus verläuft die Normalroute auf den Gipfel. 




Der Erstbesteigung gelang am 24. August 1880 durch Julius Kugy und den beiden Bergführern Andrej Komac und Matija Kravanjy. Dem voraus gingen mehrere gescheiterte Besteigungsversuche. Der Berg galt wegen seiner schwierigen Felswände und Steinschlaggefahr als unbezwingbar. Man sagte, nur Gämsen und Adler könnten den Gipfel erreiche.

Heute gilt die Besteigung der Skrlatica zwar immernoch als anspruchsvolle Bergtour, die Route ist aber gut markiert und an exponierten Stellen mit Drahtseilen gesichert. Einige Passagen erfordern, ungesicherte Kletterei im I bis II Grad. (UIAA) Ausserdem ist die Tour mit 8-10 Stunden (16km) in Auf- und Abstieg recht lang. Es müssen über 1.800 Höhenmeter bewältigt werden.


Gipfel im Nebel: Skrlatica (2.740 Meter)

Bei meiner Besteigung im Juli 2025 kam schlechte Sicht und leichter Regen hinzu. Für Mittag war ein Gewitter angekündigt. Also bin ich 5.00 Uhr am Parkplatz am Aljazev Dom, am Ende der Fahrstraße im Vrada-Tal, losgegangen.
Für das Befahren des Vrada-Tales und das Parken gibt es ab diesem Jahr eine Neuerung. Man muss am Ortsende von Mojstrana einen Schlagbaum passieren und ein Ticket ziehen, um das Tal überhaupt befahren zu können. Im letzten Jahr konnte das noch Jeder tun, sein Auto wild abstellen und wandern gehen oder, wie ich, trotzdem auf dem Parkplatz parken. (25 EUR/Tag)
Jetzt entfäll die Bezahlung am Parkplatz, da man mit der Ausfahrt aus dem Tal, bei Rückkehr in Mojstrana, bezahlen wird. 20 EUR waren das bei mir und ich glaube es war der Tageshöchstbetrag. Durch die Änderung der Regel, war der Parkplatz am Aljazev Dom diesmal zwar etwas voller. Insgesamt waren aber weniger Autos im Tal unterwegs.


Blick ins Vrata-Tal, beim morgenlichen Aufstieg

Vom Parkplatz aus, geht es zunächst 200 Meter Richtung Aljazev Dom, bis man kurz vorher zu einem Wegweiser kommt. Der Weg zur Skrlatica führt nach rechts auf den Wald zu und ab dort schon recht steil den Berg hinauf. Der Anfangs breite Weg verwandelt sich bal in einen schmalen, alpinen Steig. Es geht noch einige Zeit durch dichten Wald, der immer mal auflichtet und einen Blick ins Vrada-Tal und zum Triglav Gebirgsstock freigibt. 


Routenverlauf aus dem Vrada Tal

Oberhalb der Baumgrenze ist der Weg weiterhin gut zu finden. Auf 1.850 Metern geht links ein Weg zum Stenar (2.501) ab. Man halte sich dort aber rechts und steige weiter auf, bis man auf 2.000 Metern, linkerhand das Biwak IV sieht. 

Das Biwak IV liegt im Aufsteig, links oberhalb des Weges

Man musse das Biwak IV links liegen lassen, sich weiter rechts halten und eine lange Querung gehen, bevor man in einem Schuttfeld wieder Höhenmeter machen kann. Das letzte Stück ist ein ziemlich steiler Hang bis zum Zadnji Dolek auf 2.350 Metern. Links geht es hier zur Dolkova Spica. Rechts zum Einstieg in den Gipfelfelsen der Skrlatica, auf ca. 2.400 Metern.


Querung, im Abstieg fotografiert

Der finale Anstieg beginnt mit leichter Kletterei (I+) über einen Felsvorbau, bis man auf eine versicherte Passage mit Stahlseilen trifft. Solche Stellen wechseln auf den verbleibenden 350 Höhenmetern immer wieder mit ungesicherten Passagen bis Schwierigkeit II ab. In diesem Stück ist die Skrlatica Besteigung eine reine Klettertour, die alles bietet: Rinnen, Scharten und ausgesetzte Querungen.




Die Route ist gut markiert. Ich musste mich trotzdem ziemlich konzentrieren, weil mein Aufstieg ungünstig durch die Wolken verlief. Nachdem ich, die bis dahin einzig angetroffenen Bergsteiger, am Zadnji Dolek überholt hatte, war niemand mehr vor mir sichtbar, an dem ich mich hätte orientieren können. 

 

Aufsteigende Gruppe in der Gipfelwand

Allerdings war meine Sorge um Einsamkeit unbegründet. Am Gipfel traf ich ein heimisches Pärchen und im Abstieg eine große Gruppe slowenischer Bergsteiger, mitten in der Wand. Und im weiteren Abstieg im Kar immer wieder einzelne Bergsteiger oder kleine Gruppen, die später gestartet waren.

Am Gipfel selbst gab es für mich, aufgrund der Wolken, nicht viel zu sehen. (Foto oben) Die Tour war trotzdem sehr schön, insbesondere die Kletterei im Gipfelaufbau. Insgesamt war ich knapp 9 Stunden unterwegs. Mein GPS hat (inkl. eines kleinen Ausstreuers) 18 Kilometer gemessen. Wahrscheinlich sind es in Wirklichkeit nur 15 bis 16 Kilometer. Gute Kondition ist trotzdem notwendig. Gutes Wetter ebenso. Sollte im letzten Stück Eis in den Felsen sein, würde ich vom Aufstieg abraten. Sicherheit geht vor. Helm und. ggf. Klettergurt gehören in die Ausrüstung.

  • Gipfeltag: 23.07.2025
  • Länge: ca. 16 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.830 Meter
  • GPS Track (am Anfang einmal ausstreuend)


2024/09/08

Triglav (2.964 m.)

Der Triglav ist mit einer Höhe von 2.964 Metern der höchste Berg Sloweniens. Er liegt in den Julischen Alpen, nahe der Dreiländergrenze zwischen Österreich, Italien und Slowenien. Der Triglav gilt als Symbol Sloweniens und sein Abbild ziert die slowenische Flagge und das Staatswappen. Entsprechend gilt es als nationale Pflicht eines jeden Slowenens, einmal im Leben auf seinem Geipfel zu stehen.

 

Vrada-Tal und Triglav Nordwand

Man kann den Triglav auf unterschiedlichen Wegen besteigen. Im Internet sind zahlreiche Routen beschrieben.
Was ich gemacht habe, ist eine Überschreitung, zunächst aus Norden kommend, zum Luknja-Pass und von dort über den "Bamberger Weg". Zum Schluß geht man vom Süden auf den Gipfel. Abstieg auf der anderen Seite, zunächst nach Osten, zum Triglavski Dom. Dort könnte man übernachten. (Reservierung notwendig) 
Ich bin ohne Übernachtung weiter und habe für den Abstieg den Weg "Tominskova pot" gewählt. Die andere Variante wäre der Prager Weg gewesen.
Beide Wege sind auch die üblichen Aufstiegswege aus dem Vrada-Tal, bzw. aus Norden. Der Bamberger Weg, wird aufgrund seiner Länge und Ausgesetztheit wenig begangen.


Luknja Pass auf 1.760 Meter


Für die Überschreitung muss man etwas Zeit einplanen. Vorsichthalber sollte man mit 11 bis 12 Stunden rechnen. Ich habe bei guten Bedingungen genau 9 Stunden gebraucht. Zeitiger Aufbruch ist also unbedingt notwendig, will man die Überschreitung an einem Tag machen.

Ich bin von meiner Unterkunft in Dovje, auf 700 Metern Höhe, mit dem Auto so losgefahren, dass ich kurz vor 5 Uhr den höchstgelegenem Parkplatz (1.000 Meter) des Vrada-Tals, etwas vor dem Aljazev Dom, erreichte. Die Fahrstrecke beträgt etwa 10 Kilometer, auf einer schmalen Straße. Der Parkplatz ist um diese Zeit noch weitestgehend leer. Für 24 Stunden ist eine Parkgebühr von 25 Euro zu entrichten. (Kartenzahlung ist möglich)




Genau um 5 Uhr bin ich losgegengen. Der anfangs breite Weg führt am Aljazev Dom vorbei, erstmal gemütlich das Vrada Tal hinauf. Bereits 500 Meter nach dem Haus geht links der Tominkover Weg ab. Einen weiteren Kilometer später gibt es rechter Hand, durch einen Bergwald führend, einen schattigen Weg zum Luknja Pass. An heißen Sommertagen wäre dieser Weg zu bevorzugen.
Ich war aber in morgentlicher Kühle unterwegs und hielt mich links, den Bach entlang. Etwas weiter oben, fand ich eine gute Gelegenheit meine beiden Trinkflaschen aufzufüllen. Insgesamt zwei Liter, die ich im weiteren Tagesverlauf komplett benötigt habe. Weiter oben gibt es kein Wasser mehr!

Der Weg folgt noch eine Weile dem Bachlauf, bis auf 1.150 Meter der Abzweig zum Prager Weg erreicht wird. (links) Mein Weg zum Luknja-Pass führte aber gerade aus weiter und wendete sich ab 1.250 Metern nach rechts auf den Pass zu. Es ging noch mal kurz durch eine Vegetationszone und zum Schluss durch Schutt und Geröll zur Scharte auf 1.758 Meter hinauf. Wenn man dort steht, hat man schon ein Viertel der Tageskilometer geschafft. Klettertechnisch geht es hier aber erst los.


Einstieg in den Bamberger Weg am Luknja Pass. (1.758)


In der Luknja Scharte habe ich mein Frühstück gegessen und dann die Kletterausrüstung angelegt.
  • Steinschalghelm
  • Klettergurt
  • Klettersteigset
Der Einstieg zum eigentlichen, knapp 2 Kilometer langen, Bamberger Weg, befindet sich nur wenige Meter entfernt. Der Weg ist kein durchgängiger Klettersteig. Vielmehr wechseln sich versicherte Passagen (B/C) mit ausgesetzter Kletterei im 1. Grad (eine Stelle 2-) und etwas Gehgelände ab. Man hat oft spektakuläre Ausblicke.
Der Weg verläuft südwestseitig des Grates und wechselt erst zum Schluß auf die Nordseite. Die Markierung ist meist eng gesetzt, so dass man sich kaum versteigen kann. Mir ist es trotzdem einmal, für wenige Meter gelungen. Ich bemerkte das aber sofort, am schwieriger werdenden Gelände. Man kann davon ausgehen, wenn man es ungesichert wirklich schwierig wird, ist man nicht mehr auf dem richten Weg.

Ich bin innerhalb der Kletterroute keine anderen Personen begegenet. Erst am Schnittpunkt des Bamberger Weges mit den Südrouten (2.510 Meter), wurde es allmählich geselliger. Es war immer noch früher Morgen. 


weiterer Verlauf oberhalb 2.500 Meter


Nachdem der Bamberger Weg durchstiegen ist, führt die Route relativ flach über eine Hochebene, mit einigen Schneefeldern, weiter Richtung Osten, bis man zur nächsten Kletterstelle kommt. Diese führt unschwierig zum Triglavska Skrbina auf 2.655 Meter, wo es dann links ab (nach Norden) über den Grat in Richtung Gipfel geht. 


Triglav Plateau (Süd-Seite)


Das letzte Gratstück teilt man sich mit den Besteigern, die aus Süd-Osten, von der Planika Hütte kommen. Es gibt ein paar leichte Kletterstellen, teils versichert, teils nicht. Wegen Steinschlag muss man dort etwas achtsam sein. Nun teilt man sich den Weg mit mehr Leuten.
Sehr bald kommt auch der Gipfel in Sicht, mit dem bekannte Aljaz-Turm am höchsten Punkt.

Der Aljas-Turm, eine Biwakschachtel, wurde 1895 von Jocob Aljaz, dem damaligen Dorfpfarrer von Dovje erbaut. Heute ist der Turm als Kulturdenkmal geschützt. 
Bereits am 26. August 1778 erlebte der Triglav seine erste Besteigung, durch die vier tapfere Slowenen Luka Korosec, Matecz Kos, Stefan Rozic und Lorenz Willomitzer.


Gipfel (2.964) mit Aljas-Turm


Als ich den Gipfel erreichte, war dieser schon ziemlich gefüllt, mit glücklichen Bergsteigern. Die meisten waren über den Ostgrat (meiner Abstiegsroute) gekommen und zuvor von einer der Routen aus dem Osten oder Norden. Oder vom nahen Triglav Haus, nach einer Übernachtung.
Ich hatte einen ausgesprochen schönen und sonnigen Moment auf dem Gipfel und habe den Aufenthalt dort sehr genossen. 

Der Abstieg über den Ostgrat ist eigentlich sehr einfach und zudem an vielen Stellen gesichert. Allerdings ist das Gestein, durch die vielen Begehungen sehr speckig und es besteht Rutschgefahr, in einem ausgesetzten Gelände. Zusätzlich ist der Gegenverkehr zu beachten. Darum sollte man hier noch nicht nachlassen und weiterhin achtsam bleiben.
Der Grat führt direkt zum Triglav Haus, wo unterschiedliche Abstiegsvarianten ansetzen. 


Abstieg Richtung Norden


Ich bin nach Norden, bis auf 2.100 Meter, zu einem Punkt Namens Begunjski studenec. Dort hat man die Wahl über den Prager Weg direkt ins Vrata Tal abzusteigen oder über den Tominskover Weg noch eine Weile zu queren und dann zum Schluß fast direkt zum Aljazev Dom abzusteigen. 

Ich bin auf dem Tominskover Weg weiter. Er war ein wenig ausgesetzt und sehr einsam. Nur einem einzelnen Pärchen bin ich begegnet, die sich im Aufstieg befanden.
Insgesamt ist der Abstieg vom Gipfel sehr lang. An meinem Tag war es zudem sehr warm. Um so erfreulicher, als zum Schluss der schattige Bergwald auftauchte und etwas später das Aljazev Dom mit frischem Bier.

  • Gipfeltag: 16. Juli 2024
  • Länge: ca. 17 Kilometer
  • Höhenmeter: 1.964 Meter
  • GPS Track (am Luknja Passe etwas ausstreuend)