2024/08/11

Update: Priecne Sedlo

Ich habe ein Update auf den Eintrag vom 05.08.2019 gemacht. 
Inzwischen gibt es am Priecne Sedlo (Hohe Tatra) einen Klettersteig (B). Dadurch kann der Pass jetzt beidseitig begangen werden. Die neue Route verläuft oberhalb der alten. Man kann sich aus dem Weg gehen. Im Foto unten ist der neue Weg (Klettersteig) grün eingezeichnet. Die allte, wenig gesicherte Route, gelb. 

Diese Veränderung hat natürlich zur Folge, dass jetzt wesentlich mehr Touristen im Pass unterwegs sind. Obwohl der Fels fest ist, sollte man nun besser mit Helm einsteigen. Vielleicht kann ja mal ein Stein von oben kommen.
Als Ausrüstung kann man nun auch Sitzgurt und Klettersteigset einpacken. Das muss jeder selbst entscheiden. Es geht, nach wie vor auch, ohne.   




2023/10/31

Steintal & Ofentalhörnl (SW-Gipfel, 2.480m.)

Zu den meisten Berggipfeln der Alpen führen gut sichtbare und markierte Zustiegswege. Dadurch wird das Risiko kleiner in gefährliches Gelände zu gelangen, sich zu verlaufen oder gar abzustürzen.
Um Orientierung und Eigenverantwortung zu trainieren, macht es manchmal trotzdem Sinn, in unmarkiertem Gelände zu gehen. Der Aufstieg zum Ofentalhörnl durch das Steintal, bei Ramsau, bietet eine schöne Gelegenheit, bei moderater Schwierigkeit und geringem Risiko.

Den Anfang des Weges kannte ich bereits sehr gut, denn es geht ab Ramsau (Hintersee) zunächst über das Klaustal zum Wanderweg in Richtung Ofental / Hochkalter. Dieser Teil ist der offizielle Wanderweg und gut markiert. Meist wird er bei der Hochkalter-Überschreitung im Abstieg verwendet.
Auf einer Höhe von ungefähr 1.300 Metern erreicht man, den schwach ausgeprägten Forstberganstieg, welchen man nun nach rechts folgt. Nach nicht allzulanger Zeit, zweigt ein undeutlicher Pfad nach links, ins untere Steintal ab.  


Gipfelgrat (Ofentalschneid) und Blick zum SW-Gipfel

Mir ist es nicht immer sofort gelungen, genau auf dem Weg zu bleiben. Am Ende der Latschenzone verliert er sich endgültig und ich habe einfach den logichsten Weg gewählt. Im Grunde genommen geht es über ein paar Stufen immer höher ins obere Steintal. Und von dort gerade auf die Steintalscharte zu, links Ofentalschneid, recht Steintalschneid. Die ganze Zeit mühevoll im Geröll. Manchmal musste ich die Hände benutzen. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die ganze Zeit auf der optimalen Linie unterwegs war. Zwei oder dreimal habe ich Steinmännlein gesehen. Häufiger selbst welche errichtet, um mir den Rückweg zu markieren.


Rückblick im unteren Steintal

Das es im Steintal weder Weg noch Markierung gibt, ist vermutlich eine bewußte Entscheidung der Nationalpark-Verwaltung. Durch die Abgelegenheit ist hier ein Brutgebiet seltener Steinadler entstanden. Es gibt im Klaustal eine touristische Beobachtungsstation. Eigentlich niemand macht sich zu Fuß auf den Weg in das abgelegene Tal. Untersagt ist der Zutritt jedoch nicht. Es gelten natürlich alle Regeln des Nationalparkes.

 

Route ab Hintersee zum Ofentalhörnl

Wenn man meinen Aufstiegsweg in groß betrachtet, kann man sehen dass ich das Tal nicht bis zur Steintalscharte aufgestiegen bin. Ich schätze, 400 Meter vor der Scharte bin ich links in den Ofentalschneid eingestiegen. Meiner Meinung nach spielte es da keine Rolle mehr, wo genau man aufklettert. Das Gelände dort ist leichte Kletterei im 1. Grad und etwas brüchigen Gestein, zuweilen mit Schrofen durchsetzt. Ich bin natürlich nicht direkt am Gipfel rausgekommen, sondern musste noch ein wenig den gutmütigen Grat entlang. 


Ofentalschneid

Auf der Seite gegenüber schien gerade eine Gruppe den Hochkalter-Gipfel erreicht zu haben. Eine andere war im Abstieg in Richtung Ofentalscharte unterwegs, und noch ein paar Leute bereits im Tal. Alle weit weg.
Der Blick ins Ofental hinab ist etwas verwegen. Trotzdem gibt es auch durch diese steile Nordwestwand eine durchgehende Kletter-Route, sowohl zum SW-Gipfel als auch zum etwas höheren NO-Gipfel. (2.513m.) Der Übergang zwischen den beiden Gipfeln ist ausgesetzt und schwierig (3. Grad). Er wird wohl normalerweise vom NO- zum SW-Gipfel gemacht. Es sah nicht so aus als gäbe es Markierungen und Haken. Allerdings konnte ich vom Grat eigentlich nichts einsehen und hatte mich auch vorher nicht informiert wo es lang gehen könnte. Auf jeden Fall kann man nicht direkt gehen, sondern muss in der oberen Norwestwand queren. Das Gestein machte einen brüchigen Eindruck. 

Blick ins Ofental

Auf dem SW-Gipfel angekommen, konnte ich dann gut die Steintalscharte einsehen. Der Aufstieg von dort wäre wahrscheinlich noch leichter gewesen, als der Weg den ich geklettert bin. Da ich meine Trecking-Stöcke aber am Einstieg meiner Route zurückgelassen hatte, bin ich nicht zur Scharte abgestiegen, sondern genau so runter wie ich gekommen war.
Der Blick über die Steintalscharte war nicht schlecht und geht rüber zu den Gipfeln der Hocheis-Gruppe. 

Gipfelnlick zur Steintalscharte

Der Abstieg vom Gipfel erforderte von mir ein wenig Konzentration, denn ich musste ja genau zu meinen Trekkinstöcken finden. Obwohl es ein halbes Dutzend Möglichkeiten zum Versteigen gegeben hätte, bin ich am Ende bei den Stöcken rausgekommen. Den weiteren Weg habe ich manchmal etwas anders gewählt als im Aufstieg. Gemerkt habe ich das aber erst, als ich den GPS-Track ausgewertet habe. 

Insgesamt habe ich diese Tour länger als notwendig gemacht, indem ich schon am Campingplatz Simonhof in Ramsau (Taubensee) losgegangen bin: 30 Kilometer. Vom Parkplatz an der Nationalpark-Informationsstelle Klausbachtal müssten es insgesamt 10 Kilometer weniger sein. 

Dowload GPS Track


2023/09/15

Hoher Göll (2.522 m.)

Der Hohe Göll, direkt über Berchtesgaden gelegen, ist neben Watzmann und Hochkalter, das dominierende Bergmassiv der Berchtesgadener Alpen. Auf seinen Gipfel führen einige relativ einfache "Normal-Routen" und entsprechend häufig wird er im Sommer bestiegen. 

Zusätzlich existieren in Ost- und Westwand eine Reihe von Kletterrouten ab dem III. und bis zum X. Grad.
Im Winter ist der Göll auch Ziel der Skitourengehern, wobei zum Teil steile Abfahrten nicht ganz ungefährlich sind und Lawinengefahr beachtet werden muss.


Hoher Göll vom Hohen Brett aus fotografiert

Im Internet lassen sich eine Vielzahl von Routenbeschreibungen finden. Darum kann ich mich hier kurz fassen. Nachfolgend die vielleicht drei häufigsten Varianten:

  • Vom Ofnerboden über den Mannlgrat zum Gipfel und über den Schustersteig und Purtschellerhaus hinab. (ca. 14,5 Kilometer) Diese Route entält Klettersteige (A-B) am Mannlgrat und im Schustersteig (Abstieg).
    Mit einer Übernachtung im Kehlsteinhaus (1.834 Meter) kann die Tour verkürzt werden.
  • Vom Carl-von-Stahl-Haus über das Hohe Brett (2.340) zum Hohen Göll.
    Relativ kurze Tour (10,2km) mit Kletterstellen im I.Grad.
  • Aufstieg über das Alpeltal (Parkplatz auf 1.100 Metern). Rückweg über Hohes Brett, Carl-von-Stahl-Haus, Jenner. (meine nachfolgende Beschreibung)


Unteres Alpeltal mit Blick auf Schönau


Der Weg durch das Alpeltal wird häufig im Abstieg verwendet. Er trifft dann auf den selben Parkplatz, den man beispielsweise bei der Nutzung der Jennerbahn (Mittel-Station) nutzen würde. Diese Seilbahn bringt Wanderer auf 1.672 Meter Höhe, von wo man über das Carl-von-Stahl-Haus häufig zum Göll geht.
Wenn man über den Manlgrat kommend in das Alpeltal absteigt, müsste man dort am Parkplatz ein zweites Auto abstellen, will man nicht einen langen Marsch über die Scharitzkehlstraße zum Ausgangspunkt machen.




Ich bin aber das Alpeltal nicht ab-, sondern aufgestiegen. Diese Möglichkeit wird anscheinend nicht sehr häufig in Erwägung gezogen. Jedenfalls beobachtete ich, Sonntags morgens bei bester Wettervorhersage, nur einen einzigen weiteren Wandersmann im Aufstieg.
Absteigend kam noch niemand entgegen, was aber auch an der frühen Tageszeit (Start 5.30 Uhr) gelegen haben könnte. 
Der frühe Start, verbunden mit der westlichen Lage der Route, war an diesem Tag auch ein besonderer Vorteil, da ich praktisch bis zum Erreichen des Grates im Schatten gehen konnte. Danach begann die Sonne zu brennen und mich überfiel häufig das Verlangen von meinen 2 Liter Wasser zu trinken, die ich am Morgen aufgefüllt hatte. An dieser Stelle muss ich unbedingt erwähnen, dass es entlang der kompletten Route keine Wasserstelle gibt. Also besser reichtlich davon mitnehmen.


leichte Kletterstellen im Alpeltal


Die Route durch das Alpeltal ist anspruchsvolles Trekking, mit einigen wenigen, sehr kurzen, unschwierigen Kletterstellen. Man kann sich bei normaler Sicht praktisch nicht verlaufen, denn es existiert eine durchgehende Markierung.
Wie alle Routen in der Gegend könnte man den Aufstieg in drei Teile gliedern. Am Anfang geht es durch schönen Wald, im Mittelteil über felsiges Schrofengelände und im obern Kar, den sogenannten "Umgängen", durch ausgewaschen Fels und etwas wenigen Geröll. Rechterhand der "Große Archenkopf" ( 2.391), links der Hohe Göll. 


Blick vom Kamm auf die "Umgänge"


Mit dem Erreichen des Südkamm ist der Aufstieg allerdings noch nicht ganz zu Ende. Nun wendet man nach links, um die verbleibenden 200 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Auf dem Weg kommt man beim vorgelagertem Kucherlerkreuz vorbei und kann hier und da in die steile Ostwand hinab blicken.
Hier habe ich jetzt immer mal wieder Leute getroffen und auf dem Gipfel war auch ganz schön was los. Die meisten hatten ein Klettersteigset umgebunden und kamen wohl vom Mannlgrat oder Schustersteig.


Gipfel Hoher Göll


Das auch der Aufstieg ab Carl-von Stahl-Haus sehr angesagt ist, davon konnte ich mich beim Rückweg überzeugen. 
Am Anfang gings, wie gekommen, zurück in die Scharte zwischen Göll und Großen Archenkopf. Ich bin dann, auf dem markierten Steig unterhalb des Archenkopf in Richtung "Hohes Brett" gequert. Es scheint aber auch unschwierig direkt über den Grat zu gehen.
Ein paar Kletterstellen kommen erst nach dem Archenkopf. Das Hohe Brett ist dann immerhin auch noch einmal 2.340 Meter hoch. 
Kurz danach wäre dann ein direkter Abstieg zum Auto möglich gewesen. Ich bin aber über Carl-von-Stahl-Haus und dann unterhalb der Jennerbahn runter. So bin ich auf 20 Kilometer gekommen. Dafür war ich 8 Stunden unterwgs und bin 1.625 Meter aufgestiegen....


Großer Archenkopf (2.391)


 
Gipfeltag: 20.08.2023
  

2023/07/28

Update Bolivien-Posts

Ich habe die folgenden Post aktualisiert. Sie enthalten nun jeweils auch Karten mit dem Verlauf der Aufstiegs-Routen zu...


Ausserdem habe ich Download-Links zu meinen GPS-Tracks eingebracht. (für Illampu und Ancohuma auch für den Aufstieg zum Basislager / Hochlager) Selbsständige Bergsteiger können sich daran orientieren. Selbständige Bergsteiger werden aber auch wissen, dass diese Routen ständigen Änderungen unterworfen sind. Zur Sicherheit habe ich einen Warnhinweis angebracht, wo notwendig...





2023/02/19

Acotango (Chile, 6.052 m.)

Hier ein paar Hinweise und Fotos für eine Besteigung des Nevado Acotango, an der chilenisch, bolivianischen Grenze. 
Er ist ein leichter 6.000er Vulkan, ohne technische Anforderungen, der jedoch sicheres Gehen mit Steigeisen und eine sehr gute Kondition erfordert.
Wir waren im November 2022 da. Die besten Monate dürfte Juni, Juli und August sein. Danach bildet sich das gefürchtete Penitentis (Büsereis). Zwischen Januar und Mai ist hingegen mit Schneefällen und der damit verbundenen Spurarbeit zu rechnen. 

Acotango (rechts) bei der Anreise von Chile

Ich hatte den Acotango erstmalig vor Jahren von bolivianischer Seite erblickt. Dort grenzt die Berggruppe der Quimsachatas, zu welcher der Acotango gehört, an den Sajama-Nationalpark.
Diesmal war ich mit Freunden im chilenischen Lauca-Nationalpark unterwegs. Die Besteigung des 6.000ers war ein Höhepunkt unserer kurzen Altiplano-Tour. 
Das Basislager auf chilenischer Seite (mit Allrad-Fahrzeug erreichbar) befindet sich auf 5.040 Metern Höhe. (18.3922694S, 69.0853794W) 


Basislager, im Hintergrund Vulkane Parinacota & Pomerape, Laguna Chungara

Die Wahl der Aufstiegs-Route über den Süd-Grat war für uns ziemlich eindeutig. Der direktere Weg über die Westflanke hatte zu dieser Zeit viel zu viel Büsereis.
Vom Basislager folgt man zunächst, etwas Höhe verlierend, den auslaufenden Fahrspuren und zielt dann auf den Sattel zwischen Acotango und dem Nachbarberg Capurata (5.990)


Süd-Route Acotango


Im flachen Teil stapft man durch Lavasand und Geröll. Mit dem Erreichen des Grates, auf 5.400 Metern, beginnen die Büserschneefelder. Wir sind so lange wie möglich direkt auf dem Grat geblieben, da es dort im ersten Teil noch schneefrei war. Weiter oben wählten wir in Zick-Zack-Bögen einen Weg durch den Eis-Panzer.  


Acotango Süd-Route

Ein Vorteil der Besteigung im (Süd-) Fühling (Monate Oktober - November) könnte im Klima liegen. Anders als bei meinen Besuchen im Winter (zwischen Juni und September) gab es diesmal viel weniger Wind. Die Nächte waren natürlich trotzdem kalt, aber keineswegs extrem kalt.
Als Ausrüstung am Gipfeltag wählt man am Besten Daunenjacke + Gore Tex (zum an und ausziehen, je nach Wind), windfeste Treckinghose + lange Unterhose, idealerweise Bergstiefel mit Innenschuh. Steigeisen für den Gletscher + Trecking-Stöcke. (Eispickel nicht notwendig) Daunenhandschuhe.
Zum Schlafen im Zelt trotzdem einen gute Daunen-Schlafsack (extrem bis -30 Grad)


Aufstieg über den Südgrat

Vom Basislager auf chilenischer Seite bis zum Gipfel, benötigten wir 7 Stunden. Für den Abstieg noch einmal 3,5 Stunden. Insgesamt (Auf- und Abstieg) habe ich eine Distanz von 12,4 Kilomtern gemessen. 

Vom Gipfel blickt man genial hinüber zu Parinacota, Pomerape und der Laguna Chungara. Auf bolivianischer Seite erblickt man in der Ferne deren höchsten Berg Sajama




Gipfeltag: 04.11.2022

2022/10/19

Hocheisspitze (2.523m.)

Schon am 15. September bin ich diese Tour von Ramsau-Hintersee zu der etwas abgelegenen Hocheisspitze gegangen. Es hat die ganzen Zeit geregnet, aber es war noch einigermaßen warm. Zwei Tage später gabe es sehr heftige Schneefälle und Frost in den Hochlagen.
Die Hocheisspitze wird wohl nicht zu häufig besucht und steht im Schatten ihrer großen Nachbarn Watzmann und Hochkalter. Der Normalweg ist nicht schwierig aber lang. 


Los gings um 6.30 Uhr am Parkplatz Klausbachhaus auf knapp 800 Metern. 90 Minuten später, an der Bindalm war ich (trotz Gore Tex) bereits durchnässt. Bis dahin war es ein langer, flacher Marsch durch das schöne Klausbachtal. Danach wird der Weg steil und führt zunächst in Richtung Mittereisalm und von dort zur verlassenen Hocheis-Diensthütte (1.576). Alles noch im Wald. Hätte ich mich besser informiert, wäre ich nicht nach der Diensthütte weiter geradeaus gelaufen, sondern in den nur schwach sichtbaren Pfad rechterhand eingebogen. Meinen kleinen Verlaufer erkennt man in der Karte oben deutlich. Der richtige Wag führt genau in das Hocheiskar hinein.


Hocheis-Diensthütte vom Aufstiegsweg aus

Nach der Hütte lichtet sich der Wald allmählich und der Weg erreicht die Steinwüste des Hocheis-Kar. Am Anfang existiert noch ein sichtbarer Pfad, später hin und wieder noch Steinmännchen.
Wegen des Regens hatte ich vorher ein paar Mal ans Umdrehen gedacht. Da oben regnete es aber weniger und der Wind trocknete meine Kleider alsbald. Also entschied ich, immer noch ein Stück weiter zu gehen...


Etwa in der Mitte des Kar gibt es eine kleinen Felsriegel. Der richtige Weg führt rechterhand entlang und man kann gehen, ohne die Hände zu benutzen. Ich bin im Aufstieg links etwas geklettert und habe im Abstieg den Normalweg genommen.
Oberhalb des Felsriegels kann man, in der sehr steilen Schuttflanke, wieder so etwas wie eine Spur erahnen. Das macht das letzte Stück aber nicht einfacher. Steigt man 1 Meter auf, rutscht man sofort wieder 90cm den Hang hinab. In jedem Fall muss man nun auf die Scharte, rechts des Gipfels zielen.

oberes Hocheis-Kar

Dort angekommen geht es in leichter Kletterei (1. Grad) erstaunlich schnell zum Gipfelkreutz. Dabei ist jedoch vorsicht geboten. Es darf nicht verschwiegen werden, dass der Fels brüchig und der Grat etwas ausgesetzt ist. Ausserdem gibt es keinen Handy-Empfang. Ein Unfall sollte man dort nicht haben. Vermutlich kommen auch bei gutem Wetter nicht sehr häufig andere Wanderer vorbei...


Blick zum Nebengipfel

Im Abstieg regnete es wieder heftig. Ich bin anschließend nach Hause gefahren, da ich nach zwei Touren nun keine trockenen Sachen mehr hatte.

Strecke (inkl. Verlaufen): 27km / Gehzeit: 8 Std. total / Höhenmeter: 1.760
Datum: 15.09.2022 


2022/09/11

Pucarà Salitre - ein versteckter Platz im Cotopaxi Nationalpark

Als wir vor 3 Jahren vom Vulkan Sincholahua abstiegen, machte uns Juan, auf die im Tal des Rio Pità liegende, Inka-Festung Pucarà Salitre aufmerksam. Wir konnten zwar nichts ganau erkennen, aber das Tal sah aus der Ferne interessant aus.


Festungshügel aus Süden / Hintergrund Vulkan Pasachoa

Die Reste dieser Inka-Festung ist einer der verborgenen Schätze im Cotopaxi-Nationalpark. Es wundert nicht, denn nur eine holprige Piste führt dorthin und wir haben nur an einem einzigen Stein einen Richtungshinweis gesehen. 

Von Tambopaxi ist es eine flache Wanderung von etwa 5 Kilometern (einfacher Weg), immer auf eine Höhe von 3.700 Metern. Wir begegeneten wilden Pferden und Vikunjas, aber keinen anderen Menschen. Die Landschaft wurde von früheren Lavaströmen des Cotopaxi geprägt, Bachläufe schneiden in den Boden und zum Schluss haben wir über eine sumpfige Wiese abgekürzt. 


Blick von Pucarà Salitre in Richtung El Mantial

Die Ruinen befinden sich, strategisch gut angelegt, hoch oben auf einem Hügel. Von dort mussten die Inkas einen guten Überblick ins Land gehabt haben. Es war wohl so, dass sie sich während ihrer nur kurzen Herrschaft, häufiger Angriffe der einheimischen, indigenen Bevölkerung erwehren mussten. 

Die Anlage wurde am Ende des 15. Jahrhundert errichtet. Seit dem verfällt sie und es wurde nicht viel gemacht, wohl auch kaum gegraben. Die Mauern schauen heute gerade noch aus dem hohen Gras heraus. Immerhin gibt es eine Hinweistafel auf der Nordseite des Hügels. Mehr nicht.



Es ist nicht ganz unumstritten, ob die Ruinen überhaupt von den Inkas stammen. Die Art der Festungsanlage deutet darauf hin. Es gibt aber auch Stimmen, die darauf verweisen, dass bereits vorinkaische Gemeinschaften in der Lage waren, Steinbauten zu errichten. Möglicherweise wurde das getan, um vor Einfällen der Inkas zu schützen. Die archäologische Studienlage ist voller Annahmen. In jedem Fall hat der Ort eine eigene Magie und man kann einen Hauch der Vergangenheit fühlen.


In der Ferne: Vulkan Ruminahui

Die Ruinen befinden sich östlich von Tambopaxi, zwischen den Vulkanen Cotopaxi und Sincholagua gelegen. Es gibt mit dem Rio Pìto einen kleinen Flus und mehrere Bäche in der Nähe. Einige tiefe Lavagräben durchziehen die Landschaft. Ein unbefestigter Fahrweg führt östlich am Hügel vorbei. 



Von Pucarà Salitre sind wir noch weiter nach Osten, zu einem Ort Namens El Manantial, gegangen. Dort gibt es einen kleinen See, bzw. Sumpf, zwischen den Hügeln. Ein weiterer versteckter Schatz des Nationalparkes, mit einer großen floristischen Vielfalt. 

Unser Weg zurück verlief entlang eines künstlichen Kanals, aus jüngerer Zeit. Es ist nicht ganz klar, was damit bewässert werden sollte. Eigentlich ist das ganze Gebiet, aufgrund des umfangreichen Niederschlages sehr feucht. Mehrfach mussten wir Bäche übersteigen und Sumpfgebiete queren.



Mit der kleinen Zusatzschleife war die Wanderung Tambopaxi - Pucarà Salitre - El Mantanial - Tambopaxi insgesamt 15 Kilometer lang. Im Nachhinein zählt sie für mich, zu den lohnendsten Ausflügen, die ich in Ecuador gemacht habe.